Wochenausblick: Zentralbanken im Überfluss aber die fiskalpolitische Antwort ist wichtig

Diese Woche gibt es eine wahre Flut von Nachrichten von Zentralbanken mit der Federal Reserve, der Bank of England und der Bank of Japan in Aktion, nach der EZB und Bank of Canada in der letzten Woche. Die Entscheidungen der Bank of Japan könnten von der japanischen Politik überschattet werden, da die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP), nur wenige Tage vor der Wahl des neuen Premierministers, einen neuen Vorsitzenden wählt.

In der Zwischenzeit legen wir den Fokus auf Hochfrequenz-Zahlen zur Wirtschaft, sowie die Zahlen zu Anträgen zur Arbeitslosenhilfe und dem Einzelhandelsabsatz.

FOMC

Die Federal Reserve tritt am 15. und 16. September zum ersten mal zusammen, seit Jerome Powell signalisierte, dass die Zentralbank bereit wäre, eine höhere Inflation zu tolerieren, wenn damit eine schnellere Erholung der Wirtschaft und des Beschäftigungswachstums erreicht werden könnte. Die Arbeitslosigkeit ist seit der Spitze der Pandemie gefallen, verbessert sich aber nicht schnell genug.

Es wird nicht damit gerechnet, dass die Fed eine weitere Veränderung ihrer Politik bekannt gibt, aber eine Bestärkung von Powell’s Nachricht aus Jackson Hole zum Politikwandel darf erwartet werden. Tatsächlich liegt der hauptsächliche Fokus der Fed gerade nicht auf der Geldpolitik, sondern auf der steuerlichen, da Mitglieder auf jegliche Bewegung aus Washington warten, ein frisches Konjunkturpaket zu liefern.

Bank of England

Die Bank of England trifft sich diese Woche auch, inmitten wachsender Spekulationen, dass die alte Dame aus der Threadneedle St. sich Negativzinsen zuwenden könnte, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Im Gespräch mit Parlamentsangehörigen weigerte sich Gourverneur Andrew Bailey vor kurzem einen negative Zinsrate auszuschließen – eine Politik, die systematisch versagt hat, die nötigen Inflationszahlen in der Eurozone zu liefern. „Es liegt im Werkzeugkoffer,“ sagte er. „Im Moment planen wir es nicht, wir haben keine Pläne es direkt einzusetzen, aber es liegt im Koffer.“

In der Zwischenzeit ist es aber wieder die steuerliche Antwort, die gerade wichtiger zu sein scheint – die Zentralbanken habe die meisten ihrer Optionen ausgeschöpft. Andy Haldane, Chef-Ökonom der BoE, warnte letzte Woche, dass das Englische Urlaubsprogramm nicht weiter verlängert werden sollte – aber wird der Kanzler dem Druck nachgeben und es für den Arbeitsplatzerhalt verlängern? Mit dem nahenden Ende des Urlaubsprogramms im Oktober, könnte die Regierung gezwungen sein, es zu verlängern, um einen Abgrund an Stellenverlusten zu verhindern.

Japanischer Yen im Fokus

Es gibt eine gute Chance, dass die japanischen Aktienmärkte diese Woche durch zwei risikogeladene Ereignisse eine erhöhte Volatilität erleben könnten. Am Montag wählte die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) einen neuen Vorsitzenden, nur wenige Tage vor der Wahl des neuen Premierministers.

Dem Rücktritt Shinzo Abes aus gesundheitlichen Gründen folgend, ist der Kabinettssekretär Yoshihide Suga einer der Favoriten für seine Nachfolge. Während er der Kandidat ist, der für Kontinuität steht, und er gelobt hat Abenomics weiterzuführen, besteht das Risiko, dass er eine Wahl einberufen könnte, die dem JPY und Nikkei 225 politisches Risiko hinzufügen würde. Man geht nicht davon aus, dass die Mitteilung der Bank of Japan am Tage nach der Landtagswahl große Wellen schlagen wird.

Geschäftsberichte

Achten Sie beim FTSE am Dienstag auf die Ergebnisse des dritten Quartals von Ocado. Die Anleger möchten unbedingt wissen, wie die Marks & Spencer-Partnerschaft begonnen hat. Anleger werden auch Antworten auf die ewige Frage haben wollen – wo ist das Geld? Ocados Aktienkurs schoss beim diesjährigen Boom des Online-Handels in die Höhe. Die Zunahme von 80% im Jahre 2020 platziert die Aktie nur hinter Fresnillo was Jahreszuwachs bis heute betrifft.

Es ist jedoch noch nicht wirklich möglich, den Anlegern über einen kostenlosen Gewinn eine Rendite zu liefern.

In der Zwischenzeit ist der Einzehandels-Marktspiegel Next (-16% Year-to-Date) eine Cash Cow, der es selbst mit dem Zusammenbruch der High Street weiterhin gelingt, eine freien Geldfluss zu liefern. Die Halbjahres-Ergebnisse folgen am Donnerstag. Im Juli berichtete das Unternehme, das Verkäufe zum vollen Preis im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 28% gesunken wären, dies aber weitaus besser als erwartet sei und eine Verbesserung gegenüber dem im Handelsbericht vom April vorgestellten Bestfall darstelle. Das Management erzielte einen Jahresgewinn vor Steuern von 195 Mio. GBP.

Highlights auf XRay diese Woche

Lesen Sie den gesamten Zeitplan der Finanzmarkt-Analyse und des Trainings.

17.00 UTC 14-⁠Sep Blonde Markets
From 15.30 UTC 15⁠⁠-⁠⁠Sep Weekly Gold, Silver, and Oil Forecasts
13.00 UTC 16⁠⁠-⁠⁠⁠⁠⁠Sep Indices Insights
14.45 UTC 17⁠-⁠⁠⁠⁠⁠Sep Master the Markets
17.00 UTC 17-⁠⁠⁠⁠⁠Sep Election2020 Weekly

Die wichtigsten Wirtschafts-Ereignisse

Behalten Sie die wichtigsten Ereignisse des wirtschaftlichen Kalenders dieser Woche im Auge. Ein kompletter Wirtschafts- und Firmenveranstaltungs-Kalender ist auf der Plattform einsehbar.

09.00 UTC 14-Sep Eurozone Industrial Production
01.30 UTC 15-Sep RBA Monetary Policy Meeting Minutes
02.00 UTC 15-Sep China Industrial Production & Retail Sales
06.00 UTC 15-Sep UK Unemployment Rate, Claimant Count Change
09.00 UTC 15-Sep Germany, Eurozone ZEW Economic Sentiment
After-Market 15-Sep Adobe – Q3 2020
After-Market 15-Sep FedEx
06.00 UTC 16-Sep UK Consumer Price Index
12.30 UTC 16-Sep US Retail Sales
14.30 UTC 16-Sep US EIA Crude Oil Inventories
18.00 UTC 16-Sep FOMC Interest Rate Decision, Economic Projections
18.30 UTC 16-Sep FOMC Press Conference
22.45 UTC 16-Sep New Zealand Quarterly GDP
01.30 UTC 17-Sep Australia Employment Change, Jobless Rate
04.00 UTC 17-Sep Bank of Japan Rate Decision & Statement
11.00 UTC 17-Sep Bank of England Interest Rate Decision
12.30 UTC 17-Sep US Weekly Jobless Claims
14.30 UTC 17-Sep US EIA Natural Gas Storage
23.30 UTC 17-Sep Japan Inflation Rate
06.00 UTC 18-Sep UK Retail Sales
12.30 UTC 18-Sep Canada Retail Sales
14.00 UTC 18-Sep US Preliminary University of Michigan Sentiment Index

Ocado and Next teasers: Why do investors pay so much for growth?

Why do investors continue to pay such a premium for growth? Let’s take two FTSE 100 retailers – Ocado and Next, both of which report their latest trading numbers next week. Ocado delivers Q3 numbers on September 15th, with Next following with its half-year results on September 17th. The two companies offer rather different entry points into the UK retail space. Ocado carries tech-level valuations, and has been touted as the Microsoft of retail, whilst Next is relatively unloved despite its very respectable omnichannel mix and successful switch to online that has not been mirrored by all its peers. The respective CEOs – Lord Wolfson at Next and Ocado’s Tim Steiner are also rather different characters.

Ocado – Where is the Cash?

Ocado (LON: OCDO) shareholders will be keen to hear how management think the Marks & Spencer tie-up has gone so far. Investors will also want the answer to the perennial question – where is the cash? It likes to raise fresh funds to pay for its global expansion – raising another £1bn in debt and equity in June this year – but is less keen on actually generating it.

Ocado’s share price has rocketed this year thanks to the boom in online retail. Its +77% rally in 2020 puts it behind only Fresnillo in terms of YTD gains on the blue-chip index. However, it’s yet to really deliver any returns to investors by way of free cash.

Earnings from international partners remain slow to emerge and in July management cautioned that EBITDA from International Solutions would decline due to ‘continued investment in improving the platform and building the business, and from increased support costs with launch of initial CFC sites’.

Booming retail sales in the UK (+27% H1) are priced in, as are sustainable fees from international partners. The latter carries considerable execution risk.

Next – Retail bellwether

Meanwhile, retail bellwether Next (LON: NXT) (-16% YTD) is a cash cow that even with a collapse in the high street consistently manages to deliver free cash flow. The pandemic has proved more challenging – suspending buybacks and dividends, and selling off assets have been required to shore up the balance sheet this year. But it remains a resilient company able to generate pre-tax profit. Its half year results follow on Thursday.

In July the company reported that while full price sales in the second quarter were down -28% against last year, this was far better than expected and an improvement on the best-case scenario given in the April trading statement. Management guided full year profit before tax at £195m based on its central scenario.

If we know anything about Simon Wolfson, it’s that he likes to under promise and over deliver – albeit there are risks, as Dunelm stressed today, that a second lockdown could damage demand going into Christmas. In the more optimistic scenario laid out in July, pre-tax profits would be £330m – we are yet to see if high street footfall has made a genuine difference.

After peaking in February at £1.15bn, under the central scenario Next expects net debt to close the year at £648m, which would be a reduction of £464m in the year.

Despite generating cash every year, Next’s share price has lagged Ocado’s significantly over the last 5 years.

And taking this simple peer analysis, on both return on equity and price to cash flow metrics, Ocado looks very richly valued.

(charts and data from Markets.com, Reuters Eikon)

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