Wochenausblick: Big Tech Gewinne heizen vor der Wahl die Volatilität an

Es wird voraussichtlich eine volatile Woche für die US-Märkte, da die Earnings Season an der Wall Street mit den Berichten von Big Tech weitergeht. Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Facebook sind unter den größten Namen, die ihre Quartalsberichte veröffentlichen. Währenddessen hört man viel von den Zentralbanken, mit Treffen der Bank of Japan, der Bank of Canada und der Europäischen Zentralbank. Und natürlich zählen wir alle die Tage bis zur Präsidentschaftswahl im November und behalten alle Augen auf dem Vix.

Big Tech Gewinne

Es ist eine große Woche für Geschäftsberichte und der Fokus wird zweifelsfrei auf den FAANGs liegen, mit den Donnerstags erwarteten Geschäftsberichten von Apple (AAPL), Amazon (AMZN), Alphabet (GOOGL) und Facebook (FB). Die Geschäftsberichte kommen im Schatten einer kartellrechtlichen Ermittlung, die das US-Justizministerium (DOJ) gegen Googles Muttergesellschaft Alphabet gestartet hat. Der Fokus der Ermittlungen liegt auf Vereinbarungen, die Alphabet mit Handy-Herstellern und Netzanbietern gemacht hat, um Google als Standardsuchmaschine auf neuen Handys auszuliefern. Während Anleger das bisher nicht groß tangiert hat, könnten die Geschäftsberichte zu einer größeren Volatilität auf dem Aktienmarkt führen.

Es bestehen weiter Bedenken, dass der Fall zu einem Aufschwung für das Service-Angebot von Apple führen könnte. Das DOJ sagt, dass Apple zwischen 8 und 12 Milliarden USD an Google verdient, was etwa 17-26% des Umsatzes des Service-Bereichs von Apple entspricht. Apple hat vor kurzem das iPhone 12 vorgestellt, mehr und mehr ist der hohe Aktienwert aber durch das Ökosystem und Umsatz aus dem Service-Bereich bedingt. Nichtsdestotrotz bleiben Analysten bullisch was die Tech-Giganten angeht, die weiterhin unter den größten Gewinnern dieses Jahres bleiben. Microsoft veröffentlicht seine Berichte am Dienstag und eine Vielzahl weiterer Aktien mit hoher Marktkapitalisierung folgen in den kommenden Tagen.

EZB

Mit steigendem Euro gegen den US-Dollar liegt der Fokus der Devisenmärkte auf dem Treffen der Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die Märkte wetten immer stärker darauf, dass die EZB weitere Lockerungen anleitet, um die stockende Konjunktur und stagnierende Preise anzuheizen. Die Eurozone begann im September ihren zweiten Monat der Deflation in Folge und die Risiken weiterer Einschränkungen im Block auf die wirtschaftliche Entwicklung haben sich seit dem letzten Treffen deutlich verschlechtert. Die Gefahr eines Rückfalls in eine Rezession ist real. So sagte Christine Lagarde vor kurzem, dass das Wiederaufflammen des Virus eine klare Gefahr für die Wirtschaft ist. Angesichts der trüben Aussichten und des schrecklichen Inflationsumfelds scheint es überaus wahrscheinlich, dass die EZB ihr Anleihenkaufprogramm bis Dezember um weitere 500 Mrd. EUR erhöhen wird.

Um einen Eindruck der Stimmung in der EZB zu erhalten, sagte der normalerweise falkenartige österreichische Kopf der Zentralbank Robert Holzmann vor kurzem: „Weitere belastbare, weitergreifende oder striktere Maßnahmen benötigen wahrscheinlich kurzfristig monetäre und steuerliche Anpassungen.“

In der Zwischenzeit finden diese Woche außerdem Treffen der Bank of Japan und der Bank of Canada statt.

Wirtschaftsdaten

Der vorläufige Bericht zum Wachstum des US-BIP im dritten Quartal wird das Highlight der Märkte sein, die nach Hinweisen suchen, wie schnell und nachhaltig die Erholung von statten geht. Es wird auf Grund der Wiedereröffnung der Geschäfte nach dem ersten Lockdown von einem Wirtschaftswachstum um die 30% gerechnet. Die Prognose der Fed von Atlanta geht davon aus, dass die Wirtschaft im Quartal um 35% gewachsen ist – aber dies verdeckt natürlich den tatsächlichen Schaden, wenn dieses Wachstum auf einen Absturz von 31% im zweiten Quartal folgt. Der Bericht zum BIP kommt für Donald Trump genau richtig, der in der Lage sein wird, behaupten zu können, die Wirtschaft laufe spitze.

Wahlbeobachtung

Die letzte Hürde: Umfragewerte ändern sich wahrscheinlich nicht viel – die Anzahl der unentschiedenen Wähler ist diesmal klein. Biden hat landesweit einen starken Vorsprung, aber bei den hart umkämpften Schlüsselstaaten, die das Rennen letztendlich entscheiden, sie es knapper aus. Wir richten am 2. November ein spezielles Vorwahlkampf-Live-Event aus, um die Reaktion der Märkte durchzuspielen.

Top Wirtschafts-Daten der Woche

Öffnen Sie den Wirtschaftskalender auf der Plattform für eine vollständige Übersicht der Veranstaltungen und Ereignisse.

Date  Event 
Oct 26th  German Ifo business climate 
Oct 26th  UK Nationwide house price index 
Oct 26th  US new home sales  
Oct 26th  SNB Chairman Jordan speaks 
Oct 27th  BoJ core CPI 
Oct 27th  US durable goods, core durable goods 
Oct 27th  US CB consumer confidence 
Oct 28th  Australia CPI inflation 
Oct 28th  Bank of Canada rate decision 
Oct 28th  EIA crude oil inventories 
Oct 28th  FOMC member Kaplan speaks 
Oct 29th  Bank of Japan policy statement & economic outlook 
Oct 29th  German preliminary CPI inflation 
Oct 29th  UK mortgage approvals & lending figures 
Oct 29th  US advanced GDP – Q3 
Oct 29th  US weekly jobless claims 
Oct 29th  ECB policy decision & press conference 
Oct 29th  US pending home sales 
Oct 29th  US natural gas storage 
Oct 30th  Tokyo core CPI 
Oct 30th  Japan industrial production 
Oct 30th  French flash GDP 
Oct 30th  German preliminary GDP 
Oct 30th  Eurozone CPI flash estimates 
Oct 30th  Canada GDP 
Oct 30th  US personal spending & core PCE price index 
Oct 30th  Chicago PMI 
Oct 30th  UoM consumer sentiment 

 

Top Geschäftsberichte diese Woche

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Date  Company  Event 
26-Oct  SAP SE  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  Microsoft Corp.  Q1 2021 Earnings 
27-Oct  Pfizer Inc.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  Ping An Insurance Co.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  Merck Co.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  Novartis AG  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  Eli Lilly and Co.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  3M Co.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  AMD (Advanced Micro Devices) Inc.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  Caterpillar Inc.  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  HSBC Holdings plc  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  S&P Global Inc  Q3 2020 Earnings 
27-Oct  BP plc   Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Visa Inc.  Q4 2020 Earnings 
28-Oct  MasterCard Inc.  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  United Parcel Service Inc. (UPS)  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Amgen Inc.  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  ServiceNow Inc  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Boeing Co.  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Sony Corp.  Q2 2020 Earnings 
28-Oct  GlaxoSmithKline plc (GSK)  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Gilead Sciences Inc.  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Anthem Inc.  Q3 2020 Earnings 
28-Oct  Equinix Inc  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Apple Inc.  Q4 2020 Earnings 
29-Oct  Amazon  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Alphabet  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Facebook Inc.  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Samsung  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  China Life Insurance Co Ltd (A)  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Comcast Corp. (Class A)  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Shopify Inc (A)  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Sanofi S.A.  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  AB InBev SA-NV (Anheuser-Busch InBev)  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  American Tower Corp.  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Starbucks Corp.  Q4 2020 Earnings 
29-Oct  Shell (Royal Dutch Shell)  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Volkswagen (VW) St.  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  Stryker Corp.  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  China Petroleum & Chemical (Sinopec) (A)  Q3 2020 Earnings 
29-Oct  China Life Insurance Co. Ltd.  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  China Construction Bank Corp.  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  AbbVie Inc  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  ExxonMobil Corp. (Exxon Mobil)  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  Chevron Corp.  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  Honeywell  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  PetroChina Co Ltd (A)  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  Postal Savings Bank of China Registered Shs -A-  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  TOTAL S.A.  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  AUDI AG  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  Altria Inc.  Q3 2020 Earnings 
30-Oct  Colgate-Palmolive Co.  Q3 2020 Earnings 
31-Oct  Berkshire Hathaway Inc.  Q3 2020 Earnings 
31-Oct  Industrial and Commercial Bank of China Ltd (A)  Q3 2020 Earnings 
31-Oct  Industrial & Commercial Bank of China Ltd.  Q3 2020 Earnings 
31-Oct  China Merchants Bank Co Ltd.  Q3 2020 Earnings 
31-Oct  Bank of China Ltd  Q3 2020 Earnings 

 

Wochenausblick: Pence gegen Harris im Fokus nach chaotischer Präsidentschaftsdebatte

Vizepräsident Mike Pence und Senatorin Kamala Harris werden beide hoffen die diese Woche anstehende Vizepräsidentschaftsdebatte würdevoller hinter sich zu bringen als es bei der Präsidentschaftsdebatte der letzten Woche der Fall war. Das sollte auch nicht sonderlich schwer sein. Außerdem gibt es diese Woche einiges von den Zentralbanken, unter anderem Zinsentscheidungen der RBA und Protokolle der jüngsten FOMC- und EZB-Treffen.

US-Wahlkampf: Bessere Etikette von Pence und Harris in der Vizepräsidentschaftsdebatte?

Diese Woche erleben wir die zweite US-Wahlkampfdebatte, dieses mal das einzige Zusammentreffen von Vizepräsident Mike Pence und Senatorin Kamala Harris.

Die erste Präsidentschaftsdebatte letzte Woche scheint einen geringen Einfluss auf die Umfragen gehabt zu haben und wird für eine solche Blamage gehalten, dass die Kommission, die die Debatten organisiert, bekannt gegeben hat, Änderungen am Format zukünftiger Debatten vorzunehmen, um zu versuchen etwas mehr Ordnung hineinzubringen.

Eine der in Betracht gezogenen Änderungen ist, den Kandidaten das Mikrophon auszuschalten, wenn sie übermäßig häufig ihr Gegenüber unterbrechen sollten. Obwohl das Trump mehr als Biden betreffen wird, muss das nicht unbedingt ein Nachteil für den Präsidenten sein, der seinem Gegenüber beim letzten Mal nicht viel Gelegenheit für Ausrutscher gegeben hat.

Die Vizepräsidentschaftsdebatte startet für uns Europäer um 03:00 Uhr am 8. Oktober. Das letzte Mal, dass Pence in einer national ausgestrahlten Debatte im Fernsehen zu sehen war, war im Oktober 2016. Harris auf der anderen Seite hat in den letzten Monaten viel üben können.

FOMC und EZB Sitzungsprotokolle

Umgeben wird die Vizepräsidentschaftsdebatte diese Woche von den Protokollen des Federal Open Market Committees und den Berichten der Europäische Zentralbank.

Die FOMC nutzte die Gelegenheit letzten Monat, um ihre neue Average Inflation Targeting Strategie weiter auszufeilen, obwohl es den eigenen Prognosen zufolge noch lange dauern könnte, bevor die Politikentscheider in der Lage sein werden, der Inflation freien Lauf zu lassen. Die jüngsten Protokolle könnten Klarheit bringen, aber mit der einige Stunden später stattfindenden Debatte werden die Märkte ihnen vermutlich keine große Aufmerksamkeit schenken.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte nach der letzten Sitzung des EZB-Rates fest, dass der EUR/USD-Wechselkurs deutlich gestiegen sei, obwohl sie auch erklärte, dass „wie Sie wissen, wir nicht auf den Wechselkurs zielen“. Die Protokolle könnten weitere Informationen dazu liefern, wie die Entscheidungsträger befürchten, dass ein starker Euro ihr Mandat beeinflussen könnte.

Obwohl EUR/USD nach der Spitze von 1,20 Anfang September zurückgegangen ist, tendiert das Paar um die gleichen Levels, die beobachtet werden konnten, als die EZB die Stärke in berücksichtigt hatten.

Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia

Die Future-Märkte wetten solide darauf, dass die Reserve Bank of Australia bei ihrem Treffen diese Woche die Zinsen auf 0% setzten wird. ASX 30 Day Interbank Cash Rate Futures zeigen zum jetzigen Zeitpunkt eine 64%ige Chance dieser Senkung.

Das folgt auf jüngste Kommentare des Vizegouverneurs Guy Debelle, der eine Rede dafür genutzt hatte, Instrumente zu beschreiben, die die RBA in Betracht gezogen hat, um zu helfen das Doppelmandat von Beschäftigung und Inflation zu erfüllen.

Devisen-Eingriffe und Negativzinsen stehen beide auf der Liste.

Die wichtigsten Wirtschaftszahlen

Was die Wirtschaftszahlen anbelangt, werden wir ein Auge auf die US ISM nonmanufacturing PMIs und die wöchentlichen Zahlen zur Arbeitslosigkeit, die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion und eine Reiher weiterer Daten aus Großbritannien am Freitag, unter anderem monatlichen BIP, Industrieproduktion und die Zahlen aus dem Baugewerbe, werfen.

Highlights auf XRay diese Woche

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17.00 UTC 08-Oct Election2020 Weekly
12.00 UTC 09⁠-⁠Oct Platform Walkthrough

Die wichtigsten Wirtschafts-Ereignisse

Behalten Sie die wichtigsten Ereignisse des wirtschaftlichen Kalenders dieser Woche im Auge. Ein kompletter Wirtschafts- und Firmenveranstaltungs-Kalender ist auf der Plattform einsehbar.

07.15 – 08.30 UTC 05-Oct Finalised Eurozone, UK Services PMIs
14.00 UTC 05-Oct US ISM Nonmanufacturing PMI
03.30 UTC 06-Oct RBA Interest Rate Decision
Pre-Market 06-Oct Paychex – Q1 2021
After-Market 06-Oct Levi’s – Q3 2020
06.00 UTC 07-Oct German Industrial Production
07-Oct Tesco – Interim Announcement 20/21
14.30 UTC 07-Oct US EIA Crude Oil Inventories
18.00 UTC 07-Oct FOMC Meeting Minutes
01.00 UTC 08-Oct US Vice President Nominee Debate
11.30 UTC 08-Oct ECB Monetary Policy Meeting Accounts
12.30 UTC 08-Oct US Weekly Jobless Claims
14.30 UTC 08-Oct US EIA Natural Gas Storage
06.00 UTC 09-Oct UK Monthly GDP, Production, Output

Wochenausblick: Brexit-Gespräche beginnen wieder, EZB schießt sich auf Wechselkurs ein

Brexit-Gespräche gehen diese Woche in eine weitere Runde Kuhhandel, der bisher wenig Fortschritt gebracht hat. Werden die beiden Seiten aus Stillstand ausbrechen können, oder werden die Überschriften den Sterling belasten? Unterdessen findet das Treffen der Europäische Zentralbank nach einem bedeutenden Zuwachs für den Euro statt, was die Entscheidungsträger beunruhigt.

Brexit-Gespräche

Die nächste formelle Gesprächsrunde zwischen der EU und Großbritannien soll diese Woche in London stattfinden und implizit das Ereignisrisiko für GBP-Crosses und das FTSE einführen. Die zugrundeliegende Stimmung ist nicht sehr positiv. Die letzten Diskussionsrunden im August brachten wenig Fortschritt.

Danach sagte Michel Barnier, der Chefunterhändler der EU, dass eine Einigung „unwahrscheinlich“ sei und er sich über den Stand der Dinge Sorgen mache. David Frost, sein britischer Gegenspieler, sagte, dass die Gespräche nützlich seien, aber wenige Fortschritte gebracht hätten.

Informelle Gespräche in der vergangenen Woche brachten auch nicht mehr. Barnier sagte, er sei „besorgt und enttäuscht“ über die Vorgehensweise Großbritanniens bei den Gesprächen.

Das Ringen mit den konkurrierenden Anliegen der Souveränität (UK) und der Integrität des Binnenmarkts (EU) liegt im Herzen der Gespräche. Beide Seiten müssen philosophische Kompromisse eingehen, bevor ein praktischer Kompromiss folgen kann. Hier sehe ich die größte Hürde für das erreichen eines großen, umfassenden Deals.

EZB-Treffen

Die Europäische Zentralbank (EZB) trifft sich inmitten eines starken Zuwachses des Euros, der Entscheidungsträger beunruhigt. Es sieht so aus, als ob 1,20 die Linie im Sand für die Zentralbank war – ein Niveau, das den Chefökonomen Philip Lane dazu veranlasste, zu kommentieren, dass die EZB den Wechselkurs zwar nicht betrachte, „der Euro-Dollar-Kurs jedoch eine Rolle spielt“.

Das war ein Versuch der EZB dem Steigen entgegen zu wirken – ein stärkerer Euro macht es schwieriger Inflation zu schüren und schädigt das Wachstum. Lane ließ die Märkte einfach wissen, dass der Wechselkurs wichtig ist. Das letzte, was wir jetzt gerade brauchen ist ein Währungskrieg, aber die EZB könnte kurz davor stehen, einen zu beginnen. Wir warten ab, was Christine Lagarde zu der Angelegenheit zu sagen hat.

In der Zwischenzeit sollten wir außerdem schauen, ob die EZB der Führung der Federal Reserve folgt und Anzeichen gibt, bereit zu sein, eine Inflation (sollte sie zustande kommen) nicht der Erholung im Weg stehen zu lassen.

Die große Frage ist, ob die EZB nach einem dualen Mandat, wie es etwa die Fed hat, strebt. Faktisch hat sie bereits ein breiteres Mandat. Zusätzlich zu ihrer primären Aufgabe der Unterstützung der Preisstabilität, hat sie ein Mandat die „allgemeine Wirtschaftspolitik“ der EU zu unterstützen. Wenn das nicht grünes Licht zur Unterstützung des Arbeitsmarktes ist, was dann?

In Jackson Hole kündigte die Fed eine Änderung der Politik an, die einen wesentlichen Einfluss auf die Erwartungen in Bezug auf Zinsen und Inflation hat. Die Fed hat eine rationalere Herangehensweise gewählt. Anstatt zu sagen, dass wirtschaftliche Ergebnisse in Modelle passen müssen – die nie mehr als Schätzungen waren – lässt sie die Ergebnisse direkt die Politik bestimmen.

Manche würden sagen, dass das ein Schritt zur völligen Annahme der Modern Monetary Theory (MMT) ist, selbst wenn Powell sich in der Vergangenheit gegen diese Herangehensweise gewehrt hat. Fakt ist, dass die Krise MMT aus dem Hinterland der Wirtschaftstheorien ohne große Diskussion direkt in die Anwendung befördert hat. Powell hat den zentralen Grundsatz der MMT verinnerlicht – warum sollten Millionen von Menschen auf dem wirtschaftlichen Schrottplatz landen und arbeitslos bleiben, nur um die Inflation gering zu halten.

Ich denke, dass die EZB dieser Richtung folgen wird und dass dieses Treffen sehr interessant werden wird.

Die wichtigsten Wirtschaftszahlen

Neben den oben genannten sollte man beachten, dass Montag ein Feiertag, der US Labor Day, ist und die Aktienmärkte geschlossen bleiben. Der englische Hauspreis-Index von Halifax wird am selben Tag, aber kurz vor dem Sentix Anlegervertrauens-Bericht für die Eurozone veröffentlicht.

Am Dienstag sollte man ein Auge auf den NAB-Konjunkturoptimismus-Bericht für Australien werfen, sowie auf die BIP-Zahlen für Japan. Am Mittwoch steht die Entscheidung zu den Zinsraten der Bank of Canada an und es werden die vorläufigen Bestellzahlen von Werkzeugmaschinen aus Japan erwartet, einem interessanten führenden Indikator der Nachfrage. Neben dem Treffen der EZB am Donnerstag gibt es noch die US-PPI-Inflationszahlen und die wöchentliche Rohöl-Inventur. Am Freitag endet die Woche mit BIP-Zahlen für England, US CPI-Inflationszahlen und der Beginn der Eurogroup-Treffen der europäischen Finanzminister.

Die wichtigsten Geschäftsberichte

Neben den Großunternehmen veröffentlichen auch noch folgenden Unternehmen diese Woche ihre Geschäftsberichte: Lululemon, Oracle, Richemont und Slack. Der hauptsächliche Fokus aber sollte vielleicht auf dem Covid-Gewinner Peloton liegen, dessen Aktien in den vergangenen Wochen auf Rekordhöhe geschossen sind.

JPMorgan hob letzte Woche das Preisziel der Aktie auf 105 USD von 58 USD an und fügte sie zur eigenen Top-Pick-Liste hinzu.

„Pelotons größte kurzfristige Herausforderung besteht aus unserer Sicht darin, mit der gestiegenen Nachfrage Schritt zu halten. Die Bestell- und Lieferzeiten für Fahrräder betragen durchschnittlich ~ 6-7 Wochen in den Top-20-DMAs der USA ab unseren Überprüfungen am 1. September“, sagte Analyst Doug Anmuth.

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Highlights auf XRay diese Woche

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17.00 UTC 07-Sep Blonde Markets
From 15.30 UTC 08⁠-⁠Sep Weekly Gold, Silver, and Oil Forecasts
13.00 UTC 09⁠-⁠⁠⁠⁠Sep Indices Insights
14.45 UTC 10-⁠⁠⁠⁠Sep Master the Markets
17.00 UTC 10-⁠⁠⁠⁠Sep Election2020 Weekly

Wochenausblick: Märkte stählen sich für schlechte Earnings-Season

Themen dieser Woche – wie schlecht wird die Q2-Earning-Season werden und werden die Zentralbanken in Europe und Kanada weitere Konjunkturpakete schnüren?

Q2-Earning-Season

Die Earnings-Season für Unternehmen an der Wall Street beginnt mit der Veröffentlichung der Q2-Zahlen.

Die Erwartungen sind gering, so wird damit gerechnet, dass das gesamte S&P 500 Ergebnis bei -44,4% bei -10,9% weniger Umsatz liegt.

Bank of America erwartet, dass S&P 500 Unternehmen die Konsens-ETS-Schätzungen um 8% übertreffen werden, nachdem Wall Street Gewinnerwartungen um 40% zum Start des zweiten Quartals reduziert hatte. Analysten haben ihre bottom-up EPS-Schätzungen für Q2 über das Quartal hinweg um 37% gesenkt, sodass es für die meisten Unternehmen eine einfach zu überwindende Hürde darstellen dürfte.

Der Markt bleibt aber zukunftsorientiert, und daher werden die Anleger angesichts der bereits eingetretenen schlechten Nachrichten gespannt sein, wie die Aussichten für den Rest des Jahres aussehen – werden amerikanische Unternehmen eine Erholung erleben? Wenn sie es schaffen könnten, könnten das ein gutes Zeichen für Aktienindizes sein.

Diese Woche veröffentlichen die großen Wall-Street-Banken ihre Geschäftsberichte. So wird von JPMorgan, Wells Fargo, Morgan Stanley und Goldman Sachs ein Update für die Märkte erwartet.

EU-Gipfel und EZB-Treffen

EU-Spitzen werden sich am 17. und 18. Juli physisch in Brüssel treffen, um das Konjunkturprogramm in Antwort auf die COVID-19-Krise und ein neues, langfristiges EU-Budget zu diskutieren. Das könnte ein zentraler Moment in der Formung der wirtschaftlichen Antwort der EU auf die Pandemie und der Verhandlung des vorgeschlagenen Rettungspaket in Höhe von 750€ Milliarden sein. Mehrere Mitgliedstaaten – angeführt von den „Frugal Four“, aber keineswegs auf diese beschränkt – haben Bedenken hinsichtlich des Fonds und der Pläne der EG geäußert, Mittel direkt zu leihen, um den Fonds zu finanzieren.

Fremdkapitalkosten der Regierung haben wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, was den Erfolg der EZB in der Stützung der Finanzmärkte verdeutlicht. Wenn allerdings auf der Tagung des Europäischen Rates diese Woche keine Einigung erzielt wird, könnten die Renditen steigen und die Spreads wieder zunehmen, was den Euro unter Druck setzen könnte. Falls Bundeskanzlerin Angela Merkel es schaffen sollte, das Abkommen, auf welche Weise auch immer, in trockene Tücher zu bringen, könnte der Euro einen Aufschwung erleben.

Christine Lagarde hat in der Zwischenzeit angedeutet, dass die EZB ihr Programm zur Lockerung anhalten wird, und sagte, dass die Europäische Zentralbank „so viel getan hat, dass wir reichlich Zeit haben, die erscheinenden Konjunkturzahlen gründlich beurteilen“. Das sollte alle Gerüchte einer Verkündung weiterer Lockerungsmaßnahmen durch die Zentralbank während des Treffens diese Woche zur Ruhe legen. Frau Legarde betonte außerdem, dass es Zeit für die Mitglieder der Eurozone sei, die eigene Steuerstruktur ins Reine zu bringen, anstatt sich auf die EZB und niedrige Zinsen zu verlassen.

Bank of Canada

Es wird erwartet, dass die Bank of Canada in ihrem Treffen am Mittwoch die Zinsrate bei 0,25% halten wird, sodass wir ein Update zur Ansicht der Zentralbank zur wirtschaftlichen Erholung erhalten werden.

Das Geschäftsklima in Kanada ist laut einer Umfrage der Bank of Canada der letzten Woche „stark negativ“, obwohl die Hälfte der befragen Unternehmen angaben zu erwarten, dass die Absatzzahlen innerhalb der nächsten 12 Monate auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren sollten. „Weichere Verkaufserwartungen sind in allen Regionen und Sektoren weit verbreitet, und Unternehmen äußern häufig ein hohes Maß an Unsicherheit über das Verbraucherverhalten und die künftige Nachfrage“, sagte die Zentralbank.

Der neue Gouverneur Tiff Macklem erwartet eine Rückkehr zum Wachstum im dritten Quartal, sieht aber einen „holprigen Weg“ für die Wirtschaft. In seiner ersten Rede als Gouverneur betonte Mr. Macklem, dass die BoC den Benchmark-Zins nicht negativ werden lassen wird.

Wie schnell erholt sich die Weltwirtschaft?

Die Veröffentlichung verschiedener Zahlen wird helfen zu zeigen, wie schnell sich die Volkswirtschaften wieder erholen. Englands jüngster Bericht zum BIP wird am Dienstag, zusammen mit chinesischen Handelszahlen, erwartet. Achten Sie am Donnerstag auf australische Beschäftigungsdaten und Zahlen zum chinesischen BIP, der Industrieproduktion und den Investitionen in Sachanlagen. Es wird von den Freitag erscheinenden Einzelhandelsabsatzzahlen für Juni für England erwartet, dass sie nach der starken Kertwende im Mai eine weitere Verbesserung mit sich bringen. Verkäufe stiegen um 12% im Mai, nachdem sie im April um 18,1% gefallen sind. Wie immer werden wir am Donnerstag auf die wöchentlichen Arbeitslosenansprüche in den USA achten, während der Philly Fed Manufacturing Index und der Konsumentenstimmungsbericht der University of Michigan beide später in der Woche veröffentlicht werden.

Highlights auf XRay diese Woche

Lesen Sie den gesamten Zeitplan der Finanzmarkt-Analyse und des Trainings.

07.15 UTC Daily European Morning Call
11.00 UTC 14-Jul Reading Candlestick Charts: Trading Patterns and Trends
From 15.00 UTC 14-Jul Weekly Gold, Silver, and Oil Forecasts
10.00 UTC 15-Jul The Marketsx Experience: Platform Walkthrough
17.00 UTC 15-Jul Blonde Markets

 

Top Earnings Reports this Week

Here are some of the biggest earnings reports scheduled for this week:

13-Jul PepsiCo – Q2 2020
14-Jul JPMorgan Chase & Co – Q2 2020
14-Jul Wells Fargo & Co – Q2 2020
14-Jul Citigroup – Q2 2020
15-Jul UnitedHealth – Q2 2020
15-Jul Goldman Sachs – Q2 2020
15-Jul US Bancorp – Q2 2020
15-Jul PNC Financial Services Group – Q2 2020
15-Jul eBay – Q2 2020
15-Jul Bank of New York Mellon – Q2 2020
16-Jul Morgan Stanley – Q2 2020
16-Jul Bank of America Corp – Q2 2020
16-Jul Abbott Laboratories
16-Jul Microsoft – Q4 2020
16-Jul Johnson & Johnson – Q2 2020
16-Jul Netflix – Q2 2020
16-Jul AMD – Q2 2020
17-Jul BlackRock – Q2 2020

 

Key Events this Week

Watch out for the biggest events on the economic calendar this week:

03.00 GMT 14-Jul China Trade Balance
06.00 GMT 14-Jul UK Monthly GDP / Manufacturing & Industrial Production
09.00 GMT 14-Jul Eurozone & Germany ZEW Economic Sentiment
12.30 GMT 14-Jul US CPI
03.00 GMT 15-Jul Bank of Japan Rate Decision, Statement, Outlook Report
14.00 GMT 15-Jul Bank of Canada Rate Decision
14.30 GMT 15-Jul US EIA Crude Oil Inventories
22.45 GMT 15-Jul New Zealand CPI (QoQ)
01.30 GMT 16-Jul Australia Employment Change / Unemployment Rate
02.00 GMT 16-Jul China GDP
11.45 GMT 16-Jul ECB Rate Decision
12.30 GMT 16-Jul US Retail Sales / Unemployment Claims
14.30 GMT 16-Jul US EIA Natural Gas Storage
14.00 GMT 17-Jul Preliminary University of Michigan Sentiment Index

CySEC (Europa)

Produkte

  • CFD
  • Aktienhandel
  • Strategy Builder

  • Kundengelder werden in getrennten Bankkonten geführt
  • FSCS-Anlegerentschädigung bis zu 20.000 EUR
  • Schutz vor Negativsaldo

Markets.com, betrieben von Safecap Investments Limited („Safecap“) Reguliert von der CySEC unter der Lizenznummer 092/08 und von der FSCA unter Lizenznummer 43906.

FSC (Weltweit)

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  • CFD
  • Strategy Builder

  • Kundengelder werden in getrennten Bankkonten geführt
  • Elektronische Bestätigung
  • Schutz vor Negativsaldo

Markets.com, betrieben von TradeTech Markets (BVI) Limited („TTMBVI”) Besitzt eine Lizenz der B.V.I Financial Services Commission („FSC“) mit der Lizenznummer SIBA/L/14/1067.

FCA (Britische)

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  • Spread-Wetten
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  • Kundengelder werden in getrennten Bankkonten geführt
  • FSCS-Anlegerentschädigung von bis zu 85.000 GDP. *Abhängig von Kriterien und Teilnahmeberechtigung
  • Schutz vor Negativsaldo

Markets.com, betrieben von TradeTech Alpha Limited („TTA“) Reguliert von der Financial Conduct Authority („FCA“) unter der Lizenznummer 607305.

ASIC (Australien)

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  • CFD

  • Kundengelder werden in getrennten Bankkonten geführt
  • Elektronische Bestätigung
  • Schutz vor Negativsaldo

Markets.com, betrieben von TradeTech Markets (Australia) Pty Limited („TTMAU”) Hat bei den Australian Financial Services die Lizenznummer 424008 und wird von der Australian Securities and Investments Commission („ASIC“) reguliert”).

FSCA (Afrika)

Produkte

  • CFD
  • Strategy Builder

  • Kundengelder werden in getrennten Bankkonten geführt
  • Schutz vor Negativsaldo

Markets.com, betrieben von TradeTech Markets (South Africa) (Pty) Limited („TTMSA”) Reguliert von der Financial Sector Conduct Authority („FSCA“) unter der Lizenznummer 46860.

Nach der Auswahl einer dieser Regulierungsstellen werden die entsprechenden Informationen auf der gesamten Website angezeigt. Für weitere Informationen bitte hier klicken.

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