Wochenausblick: Die Stimmung ist durch Covid-19 angeschlagen. Sind Discounter jetzt besonders erfolgreich?

In dieser Woche steht eine ganze Reihe von Stimmungsdaten im Fokus, wie die Gesamtbestellzahlen von Waren in den USA und die Gewinne von Discountern, welche die besten Voraussetzungen hatten im aktuellen Wirtschaftsabschwung zu florieren. Hier ist Ihre komplette Übersicht über die wichtigsten Events an den Finanzmärkten, die Sie im Auge behalten sollten.

Steigt die Zuversicht in Deutschland? Die Stimmung in Großbritannien und Neuseeland fällt vermutlich noch weiter ab

Diese Woche präsentiert uns zahlreiche Stimmungsdaten, wie den Ifo-Geschäftsklimaindex, GfK-Konsumklimadaten für Deutschland und Großbritannien, den US CB Consumer Confidence Report und die neueste ANZ-Business-Confidence-Umfrage für Neuseeland.

In Deutschland wird mit einer Verbesserung der Stimmung gerechnet, da die Lockdown-Maßnahmen von vorneherein weniger ausgeprägt waren und daher weniger starke wirtschaftliche Auswirkungen erwartet werden. Schulen und kleine Geschäfte haben wieder geöffnet und es wird erwartet, dass die Rückkehr einer gewissen Normalität auch die Stimmung aus ihrem historischen Allzeittief hebt.

In Großbritannien, wo das Gros der Maßnahmen weiterhin in Kraft ist, sieht es ganz anders aus. Auch der steile Anstieg der Arbeitslosenzahlen wird sich in der Stimmungslage abzeichnen, vor allem dann, wenn sogar Arbeitnehmer, die staatliche Arbeitslosenhilfe erhalten, einer ungewissen Zukunft entgegen sehen, sobald die Staatskasse die Zahlungen ihrer Löhne einstellt.

Obwohl die Wirtschaft in Neuseeland wieder angelaufen ist, zeigt das neuste Stimmungsbarometer von ANZ eine weitere Eintrübung der Stimmung bei Unternehmen.

Die aktuelle tatsächliche Stimmungslage könnte davon allerdings abweichen, da die Regierung letzte Woche ein Finanzpaket in Höhe von über 20% des BIP geschnürt hat, mit dem die Wirtschaft angekurbelt und innerhalb von zwei Jahren eine Arbeitslosenquote wie vor Covid-19 erreicht werden soll.

Flash-VPI: Deutschland und die Eurozone

Das Einbrechen der Ölpreise und die andauernden Konjunkturpakete der europäischen Zentralbank werden diese Woche die Inflationsdaten für Deutschland und die Eurozone belasten.

Die Preissteigerung in der Eurozone fiel laut den jüngsten Daten der letzten Woche im April von 0,7% auf ein Vierjahrestief von 0,3%. Hierfür ist vor allem der Kollaps der Rohölpreise verantwortlich. Die stabilere Kernrate sank im Vergleich zum Vorjahr von 1% auf 0,9%. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak sind gestiegen.

Während die meisten Volkswirtschaften Europas in eine Deflation gerutscht sind, zeigt sich in Deutschland eine stabilere Teuerungsrate. Noch mehr Daten dieser Art könnten die Spannungen zwischen dem Motor Europas und seiner Zentralbank weiter verschärfen, die bereits über die Legalität ihrer Anleiheankaufprogramme aneinander geraten sind.

In den USA brechen die Bestellungen für Investitionsgüter weiter ein, Arbeitslosigkeit belastet die Ausgaben

Im März sind die Bestellzahlen von Investitionsgütern in den USA abgestürzt. Die Bestellungen sind im Vergleich zum Vormonat um -14,4% eingebrochen, was vor allem dem Wegbrechen von Bestellungen im Transportbereich geschuldet ist, insbesondere bei Passagierflugzeugen.

Für April wird ein weiterer Einbruch um -25% prognostiziert. Auch die Zahlen zu Haushaltseinkommen und -ausgaben, die später in der Woche veröffentlicht werden, könnten einen weiteren starken Abfall zeigen. Die Einkommen sind im März im Monatsvergleich um -2% gesunken und die Ausgaben sogar um den Rekordwert von -7,5%, da sich die Verbraucher an die Vorgabe gehalten haben, zuhause zu bleiben. Da mittlerweile 20 Millionen Amerikaner ihren Job verloren haben, wird sich in den nächsten Einkommensdaten wohl ein massiver Einbruch abzeichnen.

Arbeitslosenquote Japan, Flash-Indikator Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze

Am Freitag veröffentlichte Daten aus Japan erlauben einen guten Überblick über den Zustand der Wirtschaft, wobei wir bereits wissen, dass sich diese in einer Rezession befindet. Es wird ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen von 2,5% im März auf 3,2% im April erwartet. Auch im Einzelhandel wird ein weiterer Rückgang im Vergleich zum Vormonat erwartet, wobei sich die Rate von -4,5% auf -3,2% abschwächen sollte. Vorläufige Daten zur Industrieproduktion werden zeigen, ob sich der im März verzeichnete Rückgang von -5,2% gegenüber dem Vorjahr im letzten Monat abgeschwächt hat.

Gewinne: Discounter dürften Dank der Vorratsbildung von Verbrauchern gut abschneiden

Die Discounter Costco, Dollar General und Dollar Tree haben diese Woche alle Gewinne vermeldet. Im ersten Quartal haben sich Konsumenten umfassend mit Gütern des täglichen Bedarfs eingedeckt, während knapper werdende Budgets und steigende Arbeitslosenzahlen langfristig die Nachfrage ankurbeln dürften.

Costco hingegen hat auch andere Geschäftsfelder, die weiterhin unter der schwächelnden Wirtschaft und den Social-Distancing-Maßnahmen leiden. Der Stillstand der Food-Courts, Reisedienstleistungen und Optiker haben die Umsätze im April im Vergleich zum Vorjahr um -4,7% runtergezogen, trotz dem steilen Anstieg der Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln.

Dollar Tree gab bekannt, dass 25.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden sollen, um der gestiegenen Nachfrage in Ladenlokalen und Logistikzentren gerecht werden zu können. Eine siebentägige Aussetzung der Online-Verkäufe Ende März, was einem Umsatzrückgang von fast 20% in diesem Zeitraum entspricht, trübt die Gewinne weiter ein. Schließlich ist es der Online-Verkauf, der es anderen Einzelhandelsunternehmen wie Walmart ermöglicht hat, die fallenden Umsätze in Ladengeschäften auszugleichen.

Dollar General ist der klare Gewinner hinsichtlich der Kursentwicklung, mit einer Steigerung um 16% seit Jahresanfang. Costco-Aktien sind 5% im Plus, während Dollar Tree um fast -15% abgestürzt ist, obwohl sich das Unternehmen während der letzten Rezession gut geschlagen hat. Von Goldman Sachs wurden die Aktien letzte Woche mit „Kaufen“ eingestuft.

Heads-Up on Earnings 

The following companies are set to publish their quarterly earnings reports this week:

Pre-Market 27-May Royal Bank of Canada
After-Market 27-May Autodesk – Q1 2021
After-Market 27-May Workday Inc – Q1 2021
Pre-Market 28-May Dollar Tree – Q1 2020
14.00 UTC 28-May Dollar General – Q1 2020
After-Market 28-May Salesforce – Q1 2021
After-Market 28-May Costco Wholesale Corp – Q3 2020
After-Market 28-May Dell Technologies – Q1 2021

 

Highlights on XRay this Week 

17.00 UTC 25-May Blonde Markets
15.30 UTC 26-May Weekly Gold Forecast
10.00 UTC 27-May The Marketsx Experience: Platform Walkthrough
14.45 UTC 28-May Master the Markets with Andrew Barnett
12.25 UTC  29-May US PCE: Live Market Analysis

 

Key Economic Events

Watch out for the biggest events on the economic calendar this week:

08.00 UTC 25-May German Ifo Business Climate
06.00 UTC 26-May German GfK Consumer Climate
14.00 UTC 26-May US CB Consumer Confidence
01.30 UTC 27-May Australia Construction Work Done (Q1)
01.00 UTC 28-May New Zealand ANZ Business Confidence
01.30 UTC 28-May AU Private Capital Expenditure (QoQ)
12.00 UTC 28-May Germany Preliminary CPI
12.30 UTC 28-May US Durable Goods Orders
14.30 UTC 28-May US EIA Natural Gas Storage
15.00 UTC 28-May US EIA Crude Oil Inventories
23.01 UTC 28-May UK GfK Consumer Confidence
23.30 UTC 28-May Japan Unemployment Rate, Flash Industrial Production, Retail Sales
09.00 UTC 29-May Eurozone Flash Inflation
12.30 UTC 29-May Canada GDP (Q1)
12.30 UTC 29-May US PCE, Personal Income, Personal Spending