Wochenausblick: Inflation stiehlt die Show, während EZB und BoC sprechen

Inflation ist diese Woche überall. Mit steigender Inflation stehen zwei wichtige Zinsentscheidungen der Zentralbanken, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Canada stehen an. Was Zahlen angeht, ist der US-Verbraucherpreisindex nach den rasant steigenden Preisen vom April die große Veröffentlichung.

Die unerwartet hohe Inflation im Mai bedeutet, dass das Inflationsziel der EZB verletzt wurde.

Die Inflation für die Eurozone erreicht im Mai zum ersten Mal dieses Jahr 2%. Das politische Mandat der EZB ist, die Inflation um oder unter diesem Niveau zu halten. Zuvor hatte die EZB prognostiziert, dass die Inflation im letzten Quartal 2021 ihren Höchststand von 2% erreichen und dann im Laufe des Jahres 2022 wieder sinken wird.

Wird die Tatsache, dass 2% erreicht wurden, Änderungen der Politik erzwingen?

Moody sieht das nicht so. Die Ratingagentur geht davon aus, dass es trotz der zuletzt anziehenden Inflation zumindest mehrere Jahre lang keine Zinserhöhung geben wird.

„Nachdem die Wirtschaftstätigkeit wieder normal läuft, wird sich die Inflationsrate wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 abschwächen, da die Auswirkungen einmaliger Preiserhöhungen aus den Inflationsdaten verschwinden“, sagte Moody’s.

Obwohl keine Zinsänderung prognostiziert wird, werden die Märkte auf der Pressekonferenz am Mittwoch weiterhin genau beobachten, ob es Änderungen der EZB-Politik gibt.

Die falkenartigen Ratsmitglieder der Zentralbank haben auf eine Lockerung des PEPP, des EU-Konjunkturpakets, bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2021 gehofft. Sicherlich wird die Bank bei steigender Inflation zur Änderung gezwungen sein. Von jetzt an hängt alles von der Wirtschaftslage ab.

„Der Finanzrahmen kann bei Bedarf neu kalibriert werden, um günstige Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten, um so dem negativen pandemischen Schock auf dem Weg der Inflation entgegenzuwirken“, sagte die EZB in einer Erklärung nach der Sitzung im Mai.

Im Gegensatz zu der vorsichtigen EZB, ist die Bank of Canada ein wirtschaftlicher Vorreiter in Zeiten von Covid. Sie ist die erste Zentralbank, die aktiv damit beginnt, ihr Anleihekaufprogramm zu reduzieren, und könnte eine der ersten sein, die ihren Zentralbanksatz anhebt.

Dennoch wird der Zins von 0,25% sich vermutlich vor Juni nicht ändern. Eine Zinssteigerung kommt frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022. Die Stellungnahme vom Juni ist allen Angaben nach eher eine Vorschau auf die möglichen Änderungen im Juli.

Die Inflation wird immer noch genaustens beobachtet. Im April lag die Inflation am oberen Ende der von der Bank of Canada ausgegebenen 1-3%, sodass die Wirtschaftslage die kanadische Zentralbank dazu zwingen könnte, die Zinsen etwas schneller zu ändern, wenn wir ähnliches sehen, wenn die Daten für Mai veröffentlicht werden.

Jetzt ist ein Zinsanstieg unwahrscheinlich. Stattdessen liegt der Fokus auf quantitativer Lockerung.

Reuters zufolge, glaube Analysten der sechs größten Privatkundenbanken, dass die BoC sich vorbereitet, Anleihenkäufe weiter zurückzufahren. Prognosen gehen davon aus, dass die Anleihekäufe von derzeit 3 Milliarden CAD pro Woche im nächsten Monat auf 2 Milliarden CAD (1,65 Milliarden USD) pro Woche zurückgefahren werden. Weitere Rücknahmen könnten im August kommen.

Was Zahlen angeht, kommt Donnerstag der US-Verbraucherpreisindex. Als wichtige Inflationskennzahl, wird er von den Märkten nach den unerwartet hohen Werten im April sorgfältig überwacht wird.

Von Dow Jones befragte Wirtschaftswissenschaftler gingen letzten Monat von einer VPI-Steigerung von 3,6% aus. Der letzte Wert lag bei 4,2% im Jahresvergleich – die schnellste Wachstumsrate seit 2008.

Viel davon kam von den zugrundeliegenden Wirtschaftsfaktoren, statt einer komplett aus dem Ruder laufenden Inflation. Die Preise im April 2020 sind durch die erste Lockdown-Welle abgestürzt. Mit dem Erstarken der US-Wirtschaft, sind auch die Verbraucherpreise gestiegen.

Daher bezeichnet die Fed die Zahlen vom April als „vorübergehend“ und bleibt bei seinem Skript. Die US-Notenbank geht davon aus, dass sich die Inflation im Jahresverlauf abkühlen und wieder auf das angezielte Niveau von 2% sinken wird.

Wenn die Zahlen für Mai ähnlich aussehen, könnte die Fed zum Handeln gezwungen sein.

Top Wirtschafts-Daten

Date Time (GMT+1) Asset Event
Wed 9-Jun 3.00pm CAD BoC Rate Statement
  3.00pm CAD Overnight Rate
  Tentative CAD BoC Press Conference
  3.30pm Oil US Crude Oil Inventories
 
Thu 10-Jun 12.45pm EUR Main Referencing Rate
  12.45pm EUR Monetary Policy Statement
  1.30pm EUR ECB Press Conference
  1.30pm USD CPI m/m
  1.30pm USD Core CPI m/m

 

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